Weiblich. Was heißt es denn überhaupt weiblich zu sein? Ich dachte mir ich stöber mal im Internet herum, um zu schauen was es mir so sagt. Gelandet bin ich in einem Forum, in dem ein Mann verzweifelt eine Antwort sucht. Finden tue ich lauter Männer, die unterschiedliche Figuren, Haarlängen und Kleidungen als weiblich assoziieren. Aber von wo kommen diese Vorstellungen und Gedanken? Lasst mich euch mit in eine Zeitreise nehmen:
In der damaligen Zeit gab es in verschiedenen Epochen unterschiedliche Definitionen von Schönheit. In der Kunst und Dichtung fanden die Griechen zunächst ihre erste Vorstellung eines Schönheitsideals. Schönheit wurde durch Kunst geformt, beschrieben und bewertet. Figuren der Griechen spielten dabei eine wichtige Rolle, denn sie drücken eine bestimmte Eigenschaft der Schönheit aus. Maler ließen ihr Empfinden von Schönheit, durch ihre Werke widerspiegeln. Ich finde das so toll! Die Figur, Make-Up und andere äußerliche Erscheinungen nicht in den Vordergrund zu stellen, sondern in dem Wert und der Bedeutung der Kunst Schönheit zu definieren. Ich stelle mir das so vor, dass die Art und Weise wie man sich ausdrückt, anderen Menschen gegenüber verhält und wie man sein Leben lebt, Schönheit definiert.
Je weiter die Jahre und die jeweilige Epoche, desto mehr wird ein Schönheitsbild deutlich, dass Äußerlichkeiten in den Vordergrund stellt. Im Mittelalter waren es blonde Haare, eine schlanke, schmale Figur und eine strahlende, blasse Haut, die als attraktiv galten. Make-Up war zu dieser Zeit tabu. Im Vergleich dazu verehrte das Zeitalter des Barocks üppige Frauen. Frauen mit fülligen Kurven definieren zu dieser Zeit das Schönheitsideal der Gesellschaft. Das Korsett ist das neue Kleidungsstück, welches Frauen Schönheit verleiht. Frauen benutzen dieses neue Kleidungsstück, um ihre Proportionen zu betonen. Dieses Schönheitsbild gewinnt weitere Jahre an Aufmerksamkeit. Besonders Marilyn Monroe zeichnet dieses Schönheitsideal zu dieser Zeit aus. Von der üppigen Marilyn bis hin zur mageren Twiggy, die das Schönheitsideal einer dünnen Frau herbeigeführt hat, welche noch heute verehrt wird. Das 21. Jahrhundert gilt zum Jahrhundert des Trends der Sanduhrfigur Size Zero.
ist das, das neue Schön? In meiner Timeline, im Fernsehen, auf Plakaten und in Magazinen sehe ich täglich Frauen, die mir von neuen Fitness-Übungen erzählen wollen, mit denen man einen schlanken Körper erzielen könne. Aber auch viele, die sich am anderen Ufer der Schönheit befinden, nämlich „curvy“ , erleben eine neue Wende. Die einen finden Übergewichtige nicht schön und die anderen zelebrieren nur einen bestimmten Teil an Schlankheit: (Es solle nicht zu mager aussehen). Wenn ich mir das alles von der Froschperspektive anschaue, dann denke ich mir: „Irgendwas ist hier ganz falsch.“ Wie kann es sein, dass die Frau so einem hohen Druck ausgesetzt ist? Klar gibt es eine Männer- und Frauenrolle, aber diese lässt sich im heutigen Jahrhundert doch nicht mit der Frau von damals, die nur eine Hausfrau war und kein Mitbestimmungsrecht hatte, vergleichen! Ich bin erstaunt und glücklich darüber, dass Frauen all die Jahre für ihre Rechte gekämpft haben und nicht aufgeben. Doch sehen tue ich noch viele Stellen, die nach Veränderung rufen.
Was ist denn nun weiblich?
Weiblich sein heißt für mich, dass ich mich in meinem Körper wohlfühle. Ob curvy oder schlank, ich stehe zu meinem Körper und bin bereit mit ihr durch jegliche Phasen des Lebens zu gehen. Weiblich bedeutet meines Erachtens ich selbst zu sein, mein Wesen niemandem vorzuenthalten und so meine Schönheit auszustrahlen. Weiblich sein, ist das Wissen, dass die Frau wunderschöne Eigenschaften hat, die sie selbst in Maßen zeigen kann. Selbstbestimmung, Freiheit und keine Gesellschaft, die mir vorschreibt, wie mein Körper auszusehen hat oder wie ich meine Reize zu benutzen habe. Auch heißt es, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liege. Aber wer entscheide, was schön ist und was nicht? Wo ist die Grenze zwischen eigenen Schönheitsvorstellungen und gesellschaftlichen Definitionen?
Schreibe einen Kommentar